Leseproben
Indexfonds = ETFs?
Irrtum: Indexfonds und ETFs sind das Gleiche.
Richtig ist: Indexfonds entwickeln sich nahe an einem
Index, ETFs hingegen sind schlicht Fonds, die man an der
Börse kaufen und verkaufen kann.
Profis wie Privatanleger erkennen zunehmend, dass aktiv verwaltete Investmentfonds nur selten langfristig besser abschneiden als der entsprechende Aktienindex. In den einschlägigen Untersuchungen sind es meist nur 10 bis 20 Prozent der Fonds. Je länger der Untersuchungszeitraum, desto weniger Fonds übertreffen die Entwicklung ihres Vergleichsindex. Da zudem keine brauchbaren Ansätze existieren, die erfolgreiche Fonds im Voraus zu identifizieren, setzen immer mehr Anleger auf Indexfonds. Man geht davon aus, dass in den USA und Großbritannien bereits 30 Prozent des neu angelegten Kapitals in Indexfonds angelegt werden. Im deutschsprachigen Raum ist es, mit Ausnahme der Schweiz, noch deutlich weniger. Diese Fonds bilden einfach den jeweiligen Vergleichsindex nach. Dafür ist kein teures Management erforderlich. Die Kostenvorteile wirken sich auf die Erträge der Anleger positiv aus. Die meisten Indexfonds erkennt man schon daran, dass der Index im Namen des Fonds enthalten ist. Zum Beispiel beim ishares DJ EuroStoxx (ISIN: DE000A0D8Q07). Der EuroStoxx ist zwar weniger bekannt als sein großer Bruder, der EuroStoxx 50, dafür enthält er aber auch über sechsmal so viele Aktiengesellschaften, nämlich 312, allesamt aus der Euro-Zone.
Im Zusammenhang mit Indexfonds ist oft noch von einem anderen Begriff die Rede, den Sie auch in diesem Buch schon öfter gelesen haben: ETF. Das steht für »Exchange Traded Fund«, auf Deutsch: börsengehandelter Fond. Generell können Fonds nämlich auch über die Börse oder aber über die Kapitalanlagegesellschaft, die den Fonds herausgebracht hat (meist ist noch ein Fondsvertrieb dazwischengeschaltet), erworben werden. Im letzteren Fall stellt die Kapitalanlagegesellschaft einmal täglich den Kurs, zu dem Anleger bei der Gesellschaft kaufen und verkaufen können. Im Unterschied zum Kauf über die Börse fällt dann noch ein Ausgabeaufschlag an.
Vor April 2000 war es in Deutschland nicht möglich, Fonds über die Börse zu kaufen. Den Anfang hat die Börse Hamburg gemacht. Seitdem ist dieses Marktsegment rasant gewachsen. Wer etwa über die Börse Frankfurt (www.boerse-frankfurt.de) unter dem Stichwort »Fonds + ETFs« sucht, wird über 3700 Einträge finden. Auch viele aktiv verwaltete Fonds werden inzwischen über die Börse gehandelt. Das hat für Anleger zwei Vorteile: Erstens vermeiden sie den Ausgabeaufschlag, zweitens können sie die Fonds innerhalb eines Tages zu jedem Zeitpunkt handeln, nicht nur einmal täglich. Anleger sollten jedoch beachten, dass ETFs nicht das Gleiche sind wie Indexfonds. Auch ein Investmentfond mit aktivem Management kann unter der Bezeichnung ETF laufen.
Die Krönung günstigen Investierens erreichen Sie, indem Sie beides kombinieren: ETFs auf Aktienindizes, also börsengehandelte Indexfonds. Hier sind die Kosten für Kauf und Verkauf sowie für die laufende Verwaltung des Kapitals am niedrigsten. Wir haben für Sie nachfolgend einige Fonds für die Anlageregionen Europa, Nordamerika, Japan, Schwellenländer und weltweit herausgesucht. Solche Fonds werden von verschiedenen Fondsgesellschaften (Emittenten) herausgegeben. Alle hier aufgeführten Fonds sind inzwischen so groß, dass eine Schließung mangels ausreichendem Fondsvolumen unwahrscheinlich ist. (Fondschließungen können Anlegern im Zusammenhang mit der Abgeltungssteuer Nachteile bringen.) Fonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, haben wir nicht berücksichtigt. Ferner haben wir bevorzugt Fonds ausgewählt, die sich auf Indizes beziehen, die möglichst viele Einzeltitel enthalten. Das ist besonders bei den MSCI-Indizes der Fall. Viele Einzeltitel in einem Index führen grundsätzlich zu einem etwas verringerten Risiko für die Anleger. Zudem legt eine Reihe von Untersuchungen den Schluss nahe, dass die in solchen Indizes stärker berücksichtigten Aktien mittelgroßer und kleinerer Unternehmen auf lange Sicht leicht überdurchschnittliche Renditen liefern.
Links:
www.portfoliotheorie.com(informative Seite zu Indexfonds)
www.turborendite.org (informative Seite zu Indexfonds)
www.roedl.de/newsletter/index.htm (Indexing inside, Newsletter zu
Indexfonds)
www.boerse-online.de/finanzen/broker/discountbroker (Preis-Leistungsvergleich
von Direktbanken, die einen Handel mit ETFs ermöglichen)
www.boerse-frankfurt.com/pip/dispatch/de/pip/private_investors/
fonds/indexfonds (Gesamtliste aller in Frankfurt börsengehandelten
Indexfonds)